Spitzen bei Loudness Normalisation

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    Hallo,

    dank der neuen Edius Feature mit der Loudness Normalisation (was wir für extrem sinnvoll halten) haben wir viel schnellere Möglichkeiten Videoserien mit einheitlichem Loudness zu exportieren.
    Dabei stellt sicht die Frage wie Edius bei der automatischen Anpassung mit den Spitzen umgeht.

    Der Spur hat auf der TL -19LUFS. Zielwert ist bei unserer Produktionen -16LUFS. Edius wird also beim Export die Lautheit im Schnitt mit 3LU erhöhen. Dies könnte natürlich bedeuten, dass die Spitzen ggfs. über 0dBFS hinausgehen.

    Die Frage ist also, ob Edius hier im Rahmen der Normalisation die Spitzen entsprechend herunterrechnet oder man muss extra einen Limiter einsetzen.

    Hat jemand hier eigenen Erfahrungen? Ich müsste eine Entscheidung treffen, kann ich aber leider nicht testen, weil die WS in Produktion ist...

    Vielen Dank für die Meinungen.

    Gr. I.
  • Ediusisti schrieb:

    Die Frage ist also, ob Edius hier im Rahmen der Normalisation die Spitzen entsprechend herunterrechnet oder man muss extra einen Limiter einsetzen.
    Wenn mein Test nicht völlig daneben ist, dann wird die 0-Grenze beim Playback zwar erreicht, aber nie überschritten.
    Gruß kurt
    ASUS-Z170-A (LGA1151), i7-6700k (HD Graphics 530), 32 GB RAM, SSD-Systemplatte, NVIDIA GeForce GT 730, WIN-7/64 Pro SP1, EDIUS-9.00(2903)-WG, ImgBurn, PhantomDrive, PowerDVD u.a.
  • Vielen Dank Kurt,

    es hört sich gut an. Edius hat leider keine Möglichkeiten für den Spur oder den Master Limiter zu aktivieren.
    Ich müsste also auf alle Takes ein VST Limiter setzen, was bei vielen Projekten etwas zeitaufwändig ist. Limiter im Rahmen der Loudness Normalisation wäre natürlich sehr sehr sinnvoll.

    Das die Spitzen beim Export nur bis 0dB gehen ist technisch verständlich. Anders geht es ja nicht. Die Frage ist noch, ob diese Stellen sich in der exportierten Version sauber anhören oder der schon verzerrt ist. Hat also Edius die Spitzen einfach abgeschnitten oder wurde diese Stellen tatsächlich leiser gemacht ...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ediusisti ()

  • Ich habs mit klassischer Musik getestet (Sphärenklänge von J.Strauß, ein Stück, das ich sehr gut kenne); mir ist bei den Stellen, die Null erreichen, nichts aufgefallen, dass hier einfach abgeschnitten worden wäre. Auf -18 eingestellt. Ergebnis siehe Screenshot.
    // Trotzdem ohne Gewähr (Motto: Nur selber testen macht schlau)
    Gruß kurt
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kpot11 ()

  • Nach einem kurzen Telefon mit MMM-Support scheint es eher so zu sein, dass Edius hier einfach nur dumm exportiert und die Spitzen einfach abschneidet.

    Empfohlene Vorgehensweise:

    1. Lautheit messen --> Spitzen visuell kontrollieren und anpassen
    2. Timeline als neue Sequenz exportieren und auf den neuen Take ein VST Limiter setzen.

    Ich muss es auf jeden Fall noch testen, wie das Verhalten genau ist.
  • Vielen Dank Kurt für deine Mühe und Rückmeldung.

    Hat dein Preset wirklich so stark angehoben, dass die Spitzen normalerweise schon über 0dBFS gehen? Bei klassicher Musik sind die Spitzen relativ weit von 0dBFS.

    bei -18LUFS wären die Spitzen erst bei extremen Dynamik über 0... Versuche es mal mit -10LUFS...
  • Ediusisti schrieb:

    Vielen Dank Kurt für deine Mühe und Rückmeldung.

    Hat dein Preset wirklich so stark angehoben, dass die Spitzen normalerweise schon über 0dBFS gehen? Bei klassicher Musik sind die Spitzen relativ weit von 0dBFS.

    bei -18LUFS wären die Spitzen erst bei extremen Dynamik über 0... Versuche es mal mit -10LUFS...
    Ich habe mehrere Versuche durchgeführt, u.a. eben auch mit -18. Vorher habe ich die Cliplautstärke soweit angehoben, so dass die Nullgrenze beim Abspielen des Clips in der Timeline dauernd überschritten wurde.
    Ein weiterer Versuch wurde mit -3 durchgeführt.
    Nach der automatischen Lautheitsanpassung wurde beim Playback die Nullgrenze erreicht, aber nie überschritten.
    Gruß kurt
    ASUS-Z170-A (LGA1151), i7-6700k (HD Graphics 530), 32 GB RAM, SSD-Systemplatte, NVIDIA GeForce GT 730, WIN-7/64 Pro SP1, EDIUS-9.00(2903)-WG, ImgBurn, PhantomDrive, PowerDVD u.a.
  • Ergänzung:
    Der folgende Screenshot zeigt die Lautheitsmessung des o.a. Musikstückes (das auf der TL von 0 dB auf +3 dB erhöht wurde):
    // Die weiße, waagerechte Linie zeigt jeweils die Null-Grenze. Ich habe hier ein zu lautes Audio abgesenkt; aber analog funktioniert es ein zu leises Audio anzuheben .
    - auf der Timeline (vor dem Export; EBU 128R) // obere Kurve
    - nach dem Export (mit automatischer Lautheitsanpassung, ebenfalls EBU 128R) // untere Kurve
    Vielleicht hilft Dir/Euch das weiter (was die automatische Lautheitsanpassung macht).
    // IMO wird die Wellenform (bloß) angehoben (bzw. gesenkt), um den definierten EBU-Wert ("im Mittel") nach dem Export zu erreichen.
    // Wenn die Null-Grenze nie überschritten werden darf, müsste man dann entsprechend tief absenken (bzw. dezent anheben) oder mit Limiter arbeiten.
    // Wenn bloß einzelne "Spitzen" die Nullgrenze überschreiten, wäre das aber IIRC EBU-konform.
    Gruß kurt
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  • Herzlichen Dank Kurt für deine Mühe mit dem Test.
    Ich denke wir werden sicherheitshalber die TL noch als Sequenz ins BIN legen und einfach einen Limiter darauflegen.

    Es kostet kaum Zeit und bietet mehr Sicherheit. Wir werden fast 12 Stunden fertiggeschnittenes Material haben, wir kommen nicht dazu alles manuell zu kontrollieren, wir können uns aber auch nicht leisten die Videos mit unterschiedlichem Pegel zu liefern ... Ich denke Limiter und Auto-Normalisation sind eine sinnvolle Option.

    LG

    I.