H.264 oder H.265

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  • H.264 oder H.265

    Vorweg... Ich kenne mich damit noch nicht aus. Ich hatte bisher nur in FHD AVCHD/mp4 gefilmt. Seit einiger Zeit habe ich eine 4k Kamera und nutze dies auch obwohl ich noch keinen 4k Fernseher habe. Ich gebe z.Z. beide Formate aus denn ein neuer Fernseher steht auf der Wunschliste. Mein Aufnahmeformat ist also UHD 3840x 2160 H.264 50p 8Bit. H.265 nutzt sie nur wenn HDR aktiviert ist. Mit HDR filmen ist aber nicht unkompliziert.
    Hab mal ein bisschen gestöbert und gelesen das H.265 das effektivere ist. Was das auch immer bedeutet.
    Nun meine Frage. Welches Ausgabeformat soll ich zum Rendern verwenden? 265 oder 264? Ist H.265 genauso kompatibel wie H.264?
    Gruss, Dietmar

    Intel® Core™ I9 9900K, MM 16GB Dual Channel, SSD System, SSD Video, Win10 Home 64Bit
    YouTube: youtube.com/channel/UCxTCzk32DaFVVdm7yV3QikQ

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Globebus ()

  • Hi,

    also ich geben inzwischen als für die reine Wiedergabe bestimmte Dateien überwiegend in H.265 aus.
    Nur dort, wo z.B. auf Grund älterer Geräte die Wiedergabe von H.265 (noch) nicht möglich ist, muss es dann halt doch noch wieder H.264 sein.

    Eigentlich sollte die Wiedergabe von H.265 auf Geräten, die nicht älter als 5-6 Jahre sind funktionieren. Lediglich bei einigen "Billig-TVs" könnte es sein, dass dort auch an H.265 gespart wurde.

    Für mich spricht folgendes für H.265 -
    • es sind bei gleicher "Qualität" wesentlich geringere Bitraten/Dateigrößen möglich; im Vergleich zu H.264 kann man dort durchaus 1/3 bis 1/2 einsparen;
    • H.265 kann auch mit 10-bit Farbtiefe einwandfrei abgespielt werden - auch bei nicht HDR kann dies Vorteile bringen; zwar erlaubt H.264 ab Profil High 10 ebenfalls die Erstellung von 10-bit Dateien, doch können diese dann oft nicht auf den Geräten abgespielt werden;
    • - auch wenn dieses vermutlich für Dich derzeit uninteressant ist - H.265 ist der derzeitige Standard für die Ausgabe von HDR, wenn man also HDR haben will, ist man mehr oder minder gezwungen auch H.265 zu verwenden.
    dagegen spricht eigentlich nur -
    • ältere Geräte können evtl. noch kein H.265 abspielen, insoweit müsste für diese dann entweder eine Version in H.264 erstellt werden, oder man gibt halt gleich nur in H.264 aus.




    Als ungünstig erweist sich hingegen H.265 beim Schnitt als Quellmaterial.
    Durch die hohe Komprimierung haben die NLEs oft Schwierigkeiten das dann in Echtzeit bearbeiten zu können. Hier ist zumindest ein leistungsfähiges System gefragt.
    Allerdings ist auch das dann noch keine Garantie für einen flüssigen Schnitt, da halt auch der im NLE verwendete Decoder und eben die bei der Aufnahme verwendete Encodierung eine große Rolle spielen.
    Heißt, man muss auch dies mit seinen Geräten ausprobieren.



    Also aus meiner Sicht würde ich für die Ausgabe zu H.265 raten, sofern ausreichende Geräte für die Wiedergabe zur Verfügung stehen.


    Gruß
    Peter
    ASUS Prime X299-A II, i9-10980XE, 64 GB, Nvidia RTX 2080Ti, BMD UltraStudio 4K Mini, RME Fireface 400, Win 11 Pro , EDIUS WG X
  • Danke für deine ausführliche Aussage. Als Quellmaterial habe ich eh nur 264.
    Mit dem HDR muss ich mich noch beschäftigen. Meine ersten Aufnahmeversuche waren eher ernüchternd. Absolut flaues Bild. Hab gelesen das man HDR nur in ganz bestimmten, kontrastreichen Situationen einsetzen soll. Ist mir, gerade bei Tieraufnahmen, zu umständlich bzw.die Umstellerei, wenn es um schnelle Reaktionen geht, zu zeitaufwendig.
    Gruss, Dietmar

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  • Globebus schrieb:

    Meine ersten Aufnahmeversuche waren eher ernüchternd. Absolut flaues Bild.
    Das ist logisch, da Du für die Wiedergabe natürlich ein HDR-Gerät benötigst. Auf einem normalen PC-Monitor ist das alles nur flau, da falscher Farbraum und falsches Gamma.

    Außerdem käme es darauf an, was die Kamera da genau als "HDR" aufnimmt. Meist sind das dann irgendwelche log-Formate, die einer weiteren Bearbeitung bedürfen.
    Andere Kameras und insbes. Smartphones nehmen z.B. unter der Bezeichnung "HLG" auf, was dann wiederum - z.B. vom USB-Stick aus - direkt auf einem HDR-TV-Gerät ausgeben werden könnte.
    Leider sind darunter dann teilweise auch 8-bit "Fertigprodukte", die strenggenommen eigentlich kein wirkliches HDR sind, aber zumindest den richtigen Farbraum (Bt.2020) und eine angepasste Gammakurve (Helligkeitswerte) besitzen.

    In dieser Beziehung besteht da leider z.T. manchmal noch ein heilloses Durcheinder. Zumal einige Firmen da auch recht freizügig mit dem Begriff HDR, oder selbsterfundenen weiteren Bezeichnungen arbeiten.
    Außerdem mauss man halt auch ganz genau definieren, welchen Teilaspekt von HDR man denn eigentlich meint.


    Für einen Schnitt von HDR-Material, bzw. mit dem Ziel HDR zu erzeugen benötigt man also als mindestes einen am Schnittrechner zu Vorschau angeschlossenen HDR-TV oder -Monitor.
    Da die Ausgabe über die GraKa aber nicht unbedingt stimmig ist, wäre eine entsprechende Schnittkarte angebracht. Und diese sind doch auch noch recht teuer.

    Also insoweit bleib da ruhig bei SDR, zumal eine "Mischproduktion" in diesem Bereich auch nicht sinnvoll ist.


    Aber wie gesagt - für HDR braucht man H.265, aber H.265 macht auch für Filme Sinn, die nicht HDR sind.

    Gruß
    Peter
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  • Welche Kamera hast Du?
    Wenn Du in HDR(HLG) filmst, dann kannst Du u.U. ohne weiterer Entwicklung die Aufnahme von der Kamera in einen HDR-TV einspielen.
    Lese das hier mal als EDIUS-User: Edius 9 - HDR und neue Features - EDIUS NLE Software - Deutschsprachiges Grass Valley EDIUS Benutzerforum
    Servus, Pee
    EDIUS X WG, DVR 18 Studio, i9-9900K mit Intel HD-630, 32GB RAM, SSD-System + Diverse FP,
    NVIDIA GF-RTX 2060 Super 8GB, W10Pro(21H2), 32" LG PC-Monitor, 32" HDR(HLG)-Vorschau TV per BM Intensity Pro 4K
    Sony ZV-1 mit Zhiyun Crane M2 , GoPro Hero 7 Black, DJI Pocket 2, DJI Mavic Mini, Mercalli V6 SAL, Luminar 4.3.4
  • Ich bin Monitor/TV -mäßig noch nicht so gut ausgerüstet. Die Kamera ist kein reiner Camcorder mehr, da kommt ja nichts mehr, sondern eine Canon EOS R7. Muss ich mich noch dran gewöhnen. Da ich aber auch Spaß am Photografieren bekommen habe war das für mich eine Alternative.
    Gruss, Dietmar

    Intel® Core™ I9 9900K, MM 16GB Dual Channel, SSD System, SSD Video, Win10 Home 64Bit
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  • Globebus schrieb:

    Canon EOS R7
    Ok, da hast Du Dir ja eine interessante und vielseitige Kamera geleistet.
    Über die dort vorhandenen Aufnahmemodi mit YCbCr 4:2:2 10-bit hättest Du jedenfalls alle Möglichkeiten. Allerdings wäre dies mit einem etwas höheren Arbeitsaufwand verbunden.

    Natürlich wären Aufnahmen im Canon Log 3 "flach" und müssten immer gegradet werden, egal ob Du dort nach SDR oder HDR gehst.
    Wie das in dem PQ Modus aussieht, weiß ich kleider nicht. PQ wäre aber eben schon ein HDR Gamma.

    In Edius müsstest Du dann auf alle Clips den Effekt Primäre Farbkorrektur anwenden und diese vermutlich auch noch etwas nachjustieren.
    In Edius sind bereits mehrere Canon Log 3 Farbräume enthalten, sodass zumindest theoretisch das automatische Erkennen des Quellmaterials funktionieren sollte.
    Da die R7 aber brandneu ist kann man natürlich nicht auszuschließen, dass diese eine leicht geänderte, bzw. noch nicht in Edius implementierte Form von Canon Log 3 verwendet. Dies würde dann aber sicher noch kommen.

    Insoweit hättest Du also mit 10-bit Aufnahmen durchaus einen großen Vorteil, egal ob DU SDR oder HDR daraus machst.
    Diesen könntest Du Dir dann über die Ausgabe als H.265 mit 10-bit auch erhalten. Ebenfalls egal ob SDR oder HDR.


    Du solltest Di das also durchaus mal ansehen und versuchen, ob das etwas für Dich wäre.
    Die 8-bit Modi stehen Dir zwar auch zur Verfügung, aber da würdest Du halt einen Teil der Leistungsfähigkeit Deiner Kamera verschenken.


    Gruß
    Peter
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  • Im Videotreffpunkt gibt einen Naturfilmer, der müht sich ab ebenfalls HDR-Videos aus den Aufnahmen der Canon EOS R7 zu erstellen.
    Vielleicht mal das Forum dort aufsuchen.
    Servus, Pee
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  • Die dortigen Probleme ergeben sich aber wohl eher aus einer nicht funktionierenden HDR-Vorschau.
    Diese wäre halt bei einem Grading nach HDR notwendig um wirklich vernünftig arbeiten zu können.

    Und wie gesagt kann Canon Log auch für SDR genutzt werden und bringt dort gewisse Vorteile.
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  • Ich stehe ja noch am Anfang und was das Filmen mit dieser Kamera angeht muss ich noch viel lernen. Hatte mich erstmal auf die Möglichkeiten der Kamera im Photomodus beschränkt und das war schon eine Herausforderung. Ich sag nur 1000seitiges Handbuch. Hatte bisher, abgesehen von früher, nur das Handy zum "Knipsen" genutzt und bis jetzt mit meiner G30 weitergefilmt.
    Abgesehen vom Videoschnitt war die Handhabung der G30 unproblematischer. Kein Objektivwechsel, Zoomtaste, einfache Fokuseinstellungen usw.
    Was die R7 allerdings leistet ist schon beeindruckend vor allen Dingen der schnelle Autofokus mit Augenerkennung. Ich sag nur schwarze Krähe mit schwarzen Augen auf die treffsicher fixiert wird. Sorry, das nur am Rande.
    Ich werde erstmal die Standardmöglichkeiten nutzen und mich langsam bis HDR durchtasten. Eure Infos werden mir eine gute Hilfe sein.
    Gruss, Dietmar

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  • Moin Globelus,

    Hab die R5.
    Mein Tip zum 1000 Seitigen Handbuch: Nutze die Custom Einstellungen. Sind für Foto und Film leider jew. nur 3. Bei der Canon XLH1 hatte ich 5.
    Vorher in Ruhe Einstellen und notieren was ich brauchen werde (Bildrate, Zeitlupe, Auflösung, HDR, LOG...) (ich verwechsle sonst wieder). Und sehen ob die Einstellungen auch wählbar sind!! Manche schließen sich nämlich aus! Zumindest bei Canon.

    Dann Testen in gleichen Situationen mit den verschiedenen Modi (notizen kurz vor dem Objektiv was für ein Modi). Bis zum Schnitt bearbeiten. Dabei auch den Speicherbedarf nicht unterschätzen(!!) Brauche ich 8K oder reicht 4K? Je länger reichen die Karten. Die Zeit zum Bearbeiten wächst auch deutlich!
    Diese Zeit zu investieren hilft mir bei geplanten Projekten. Ansonsten ist meine Empfehlung: Immer Volle Kanne was geht ist an! Weglassen/runterskalieren kann man immer.
    Aber was man nicht hat ist futsch und das oft unwiederbringlich!
    Übrigens von Canon-User zu Canon User - bei Fotos immer RAW! Kein CRaw eben wie bei H.264/265 beschrieben verliert CRaw in kritischen Bereichen an Details (Rauschen)!!!

    Bei H.264 ist der Platzbedarf größer (Projekt-Archivierung!?) Bei H.265 ist dieser zwar kleiner, aber in Fällen von sehr detaillierten oder sehr bewegten Clips
    auch träge was die Erkennung (z.B. bei Schwenks, Schnelle Kamerafahrten (Auto)) angeht. Nach meiner Erfahrung gibt es an Rändern immer wieder Bereiche die zu grob gerendert werden, und dadurch 'zusammengesetzt' aussehen.

    Die Sourcen (zur Archivierung) speichere ich im Original- Format. (.CRW (C200) .CRM (R5) bei Video). Ist sehr, sehr Speicherfressend aber leider habe ich beim Arbeiten mit
    Video-Containern (AVI, MPG 2-4) immer wieder feststellen müssen das der Inhalt manchmal nicht mehr lesbar war, weil der Codec fehlte oder verändert war. Z.B Bei Betriebssystemwechsel, oder Programmversionswechseln. Es sind die NEAGTIVE im digitalen Leben. Für die tägliche Arbeit unhandlich, aber als Rück-Versicherung notwendig.
    Die Hersteller der Kameras haben für sowas immer ein 'Krücke' bereit gehabt um die alten ORIGINALE in die neue Zeit mitzunehmen.
    Sonst blieb nur das Neu Erfassen z.B. In Edius (wenn man noch FireWire und max. Edius 9 hat). Die Mit Edius 5 erstellten digitalen .AVI-Dateien waren nämlich von Edius 7 oder 8 nicht mehr erkennbar. (2 Wochen 3 Rechner 2x Vollversionen!) VLC konnte sie noch abspielen Edius nicht!

    Sorry für den langen Text.
    LG und viel Spaß beim Spielen mit Deiner tollen Kamera!
    Uwe
    Früher hatte man keine Probleme :rolleyes: - heute hat man Computer (und Software)! 8|
  • Dein langer Text ist sehr interessant. Vieles habe ich schon umgesetzt und auch deine Infos helfen mir sehr. Ich denke photomäßig habe ich für mich das richtige gefunden. Videomäßig experimentiere ich noch. Aber auch das wird.
    Gruss, Dietmar

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